Ein offener Brief an die Gottscheer Zeitung - Ein Gottscheer

Ein offener Brief an die Gottscheer Zeitung - Ein Gottscheer

Beitragvon Forum 2002 - 2013 » Do 24. Apr 2014, 17:26

Abgeschickt von Ein Gottscheer am 08 Juni, 2003 um 19:10:13:

Es wird immer klarer die Redaktion der Gottscheer Zeitung findet es unmöglich sich von dem Einfluß deren, welche uns in 1941 zur Aussiedlung zwangen, zu befreien. Ein Beispiel findet man in der März 2003 Ausgabe an Seite 2.

Unter "Unsere Meinung", die Redaktion erzählt dem Leser wie eine "unbeschreibliche Propagandakampagne" der faschistisch Italienischen Besatzung wie auch Druck von Seiten der Nazis uns zur Annahme der Umsiedlungsoption zwang. Im gleichen Stück wird auch behauptet, niemand von den Umsiedlern wußte wohin es ging.

Beide dieser Behauptungen sind ein immer wiederkehrender Versuch unsere Geschichte umzuschreiben. Und all dies trotz reichlich dokumentierten Tatsachen welche diese Behauptungen als völlig falsch beweisen.

Die Italienische Besatzung sprach weder Deutsch oder Gottscheer und war daher nicht fähig irgendwelchen Zwang anzubringen. Und die Behauptung, grosser Druck kam auch von den Nazis ist reine Fälschung. Es gab keine Deutsche im Lande; es war doch von den Italienern und nicht von den Nazis besetzt.

Tatsachen aber beweisen der Zwang zur Annahme der Option und die Verheimlichung des Ansiedlungsgebietes kam direkt von der damaligen, Nazi ernannten Volksgruppenleitung und deren Propaganda Organ, die Gottscheer Zeitung.

"Unsere Meinung" behauptet ferner: "Niemand von den Umsiedlern hat bei Beginn des Abtransportes gewußt, wohin er ging. Die Gottscheer wurden betrogen".

Ja, wir Gottscheer wurden betrogen. Die Betrüger aber waren die damalige Gottscheer Leitung, unsere eigene Landsleute welche uns das Ansiedlungsgebiet verheimlichten. In seinem Buche: "Die Umsiedlung der Gottscheer Deutschen", Frensing gibt zweifellosen Beweis dies war der Fall.

Auch Viktor Michitsch erklärt in seinem Schreiben von 27/5/1966 an Hans Hermann Frensing: "Das Ansiedlungsgebiet ist jedoch sicherlich der damaligen Führung bekannt gewesen".

Auch wiederholt Michitsch die Antwort eines damaligen Funktionär welchen er befragte: "Die Bekanntgabe des Siedlungsgebietes wurde zuerst hinausgeschoben um dadurch bei den Einheimischen keine Unruhe hervorzurufen". Und Frensing gibt Beweis: "Zunächst einmal soll die Bevölkerung optieren, erst dann - wenn es kein zurück mehr gibt - will man das Ansiedlungsgebiet bekanntgeben".

Nach dem Krieg, diese Betrüger tauchten in Gottscheer Landsmannschaften auf wo sie als Ehrenmitglieder und Kulturreferenten ihren Betrug bis heute verteidigen und verschleiern.

Herbert Erker, Haupt der Gottscheer Zeitung, das Organ der Zwangspropaganda der damaligen Leitung, wie auch sein damaliger Mitarbeiter Ludwig Kren, wurden sogar Schriftleiter der wiedererscheinenden Gottscheer Zeitung.

Unter anderen dieser "Referenten" war der kürzlich verstorbene Wilhelm Lampeter, damals SS Sturmbannführer und Haupt der Gruppenleitung. Lampeter, an seiner Rückkehr in die Reihen am 15. Oktober 1989, wurde sogar mit einer Ehrenmedaille ausgezeichnet.

Noch immer wirkend ist auch Richard Lackner, Stellvertreter und Stabschef der Leitung unter Lampeter. Dieser Diener der Nazi Einsammlungspolitik berichtet an den damaligen Ereignissen in seinem Lampeter Memoriam: "Ein Gottscheer Schicksal" in der März '03 Zeitung. Unter den üblichen Märchen, dieser "Referent" aber zeigt, sicher unabsichtlich, der VGL war nicht nur das Ansiedlungsgebiet bekannt, sondern auch das endgültige Ende der Gottscheer als Volksgruppe nach der Umsiedlung ins "Reich".

Der Einfluß dieser Betrüger, deren Schuld zu verheimlichen und unsere Geschichte nach deren Begriffen zu festigen ist daher völlig offenbar auch in dieser Ausgabe der Gottscheer Zeitung. Es scheint, deren Mühen brachten Erfolg in Reihen der heutigen Redaktion. Erfolg auch in Viktor Michitsch, Haupt der Gottscheer Arbeitsgemeinschaft, welcher zur Umschreibung unserer Geschichte so offenbar überzeugt wurde.

Ist es möglich die damals betrogenen Gottscheer und deren Nachkommen geben Erlaubnis zu diesem endgültigen Betrug?

John Tschinkel, 4. April, 2003
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